Wie immer ertönt auch am 19. Spieltag in der Halbzeitpause beim Fußball-Club Sankt Pauli der Song „Antifa Hooligans“ von Los Fastidios. Während der Song noch gespielt wird, entrollen die St. Pauli-Fans Transparente mit der Aufschrift „19.02. – Hanau“ und „Say Their Names!“ Im Werder-Bremen-Gästeblock heißt es „Zusammen erinnern, zusammen kämpfen!“ Zudem werden die vom rechten Terror ermordeten Menschen gezeigt. Unter dem Portrait steht dann auch der jeweilige Name. Auch an Ibrahim Akkuş wurde gedacht. Als zehntes Opfer starb er im Januar an den Spätfolgen des Attentats von 2020.
St. Pauli Kapitän Jackson Irvine sagte über die Aktion der Fans: „Es ist eine wichtige Botschaft, die sie verbreitet haben.“ Denn es sei wichtig, daran zu erinnern und es nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Nach Anpfiff der zweiten Halbzeit erklang die entschlossene Parole „Siamo tutti antifascisti“, die sonst auch oft auf Demos verwendet wird. Im Anschluss schallte noch ein „Alle zusammen gegen den Faschismus“ durch das Millerntor.
Für St. Pauli ist es nichts neues, Haltung zu zeigen.
Daniel Thioune, seit drei Wochen Trainer der Werderaner, lobte das gesellschaftspolitische Engagement auf der Pressekonferenz und den Schulterschluss der Fans. Für ihn sei man „in der Farbe getrennt, aber in der Sache vereint“. Beide Vereine verbindet eine Freundschaft, vor allem wegen gemeinsamer linker Werte.
Irvine betonte mit Blick auf die rechtsextreme Gewalt, dass so etwas wieder geschehen könne. Auf dem Platz gelang es ihm und den anderen St. Pauli-Spielern durch den 2:1-Sieg gegen Bremen sportlich ein Zeichen zu setzen. Auf gesellschaftlicher Ebene schafften das die Fans beider Vereine.





