Autonomes Fahren – nur Science Fiction?

In der Realität entwickeln sich moderne Technologien in einer rasanten Geschwindigkeit. Doch meist sind Innovationen in diesen technischen Bereichen alles andere als gefährlich, sondern eine effiziente Weiterentwicklung, die unseren Alltag erheblich erleichtern kann. Ein klares Beispiel dafür ist die Forschung an autonom fahrenden Fahrzeugen.
veröffentlicht am 5. August 2025

In vielen Science-Fiction-Filmen spielen Roboter, die autonom handeln und anschließend die Weltherrschaft übernehmen, eine wichtige Rolle. Damit wird die Angst vor neuen Innovationen und komplexen technischen Geräten, deren Funktionsweise wir kaum greifen können, widergespiegelt. Die künstliche Intelligenz verselbstständigt sich in solchen fiktiven Geschichten und erkennt ihre eigene Überlegenheit an. 
Auch in der Realität entwickeln sich moderne Technologien in einer rasanten Geschwindigkeit. Doch meist sind Innovationen in diesen technischen Bereichen alles andere als gefährlich, sondern eine effiziente Weiterentwicklung, die unseren Alltag erheblich erleichtern kann. Ein klares Beispiel dafür ist die Forschung an autonom fahrenden Fahrzeugen.
 

Die TU Dresden fördert Forschung an solchen „Roboterautos“ in einem speziellen Programm. Das Smart Mobility Lab, kurz SML in Schwarzkollm, befasst sich mit vernetzter und automatisierter Mobilität. Dafür sind wichtige Fragen zu klären. Unter anderem logistische Fragen, wie welche Infrastruktur für solche selbst gesteuerten Vorgänge benötigt wird und welche technischen sowie baulichen Voraussetzungen solche Fahrzeuge benötigen würden. Wäre ein solcher Umstieg auf autonomes Fahren nachhaltig, effizient und gut für unsere Umwelt? Welche Risiken ergeben sich, wenn solche Fahrzeuge in unseren Straßen unterwegs sind? 
Um solche Fragen zielgerichtet zu erforschen, stehen rund 100 Millionen Euro Fördergelder für das Projekt zur Verfügung. Mithilfe des weltweit größten Fahrsimulators können komplexe sowie gefährliche Situationen simuliert werden.
Gleichzeitig wird geforscht, ob solche Fahrzeuge durch intelligente und vorausschauende Fahrweise den Kraftstoffverbrauch minimieren könnten und somit eine weniger große Belastung für unsere Umwelt darstellen. Damit würde die Nachhaltigkeit im Straßenverkehr enorm gefördert werden.

 Die TU führte zusammen mit der DEKRA eine Studie durch, um abzuschätzen, welche Gefahren bei einem Fehler im System zu bewältigen sind und wie Fahrer darauf reagieren. Dafür wurden 49 Probanden in ihrem Verhalten in einem hochautomatisierten Auto getestet. 
Diese sogenannten Level 3 Autos sind mit verschiedenen Systemen ausgestattet, um den Verkehr zu beobachten, Gefahren abzuschätzen sowie das Auto automatisch zu steuern. Durch diese Technologie wird dem Fahrer ermöglicht, sich während des Autofahrens anderen Tätigkeiten wie dem Lesen, Telefonieren oder E-Mails beantworten zuzuwenden. Nur, wenn das System einen Fehler meldet, muss der Fahrer es manuell übersteuern. Zunächst eine durchdachte und kontrolliert klingende Idee. Jedoch auch fehlerbehaftet. Was passiert beispielsweise, wenn das System einen Defekt meldet, obwohl es gar keinen gibt? 
Die Testpersonen reagieren in verschiedenen Situationen unterschiedlich. Doch eines wird klar erkennbar, egal ob das System den Makel von sich aus meldet oder kein Warnzeichen gibt, die Fahrer reagieren erst nach 5 Sekunden Reaktionszeit oder sogar länger. Dies kann in manchen Situationen schon den entscheidenden Unterschied zwischen Leben und Tod machen. Dadurch finden die Forschenden heraus, dass sich die Personen nach der Hinwendung zu anderen Themen erst wieder auf die Situation des Autofahrens einstellen müssen und demnach Gefahren erst spät erkennen. Viele fahren auch angespannt und mit wenig Vertrauen in die moderne Technik, wodurch sie sich kaum effizient auf ihre eigentliche Aktivität wie dem Beantworten von E-Mails fokussieren können. Das Misstrauen in die Innovation hat natürlich den Vorteil, dass sie schneller auf Gefahrensituationen reagieren und den Verkehr zum Teil auch aktiver beobachten, doch dies ist schließlich nicht der Sinn von autonom fahrenden Autos.

Die KI-Systeme solcher Hoch modernisierten Fahrzeuge müssen also verbessert und angepasst werden, damit der Straßenverkehr ein sicherer Ort wird. Dafür braucht es infrastrukturelle Veränderungen auf den Straßen, wie lückenlose Fahrbahnmarkierungen und übersichtlich geregelte Kreuzungen. Auch an den Fahrer müssen diese Systeme angepasst werden, um ihm mehr Reaktionsspielraum zu geben und das Vertrauen in die System zu stärken. Jedoch wird es vorerst noch immer notwendig sein, dass der Fahrer im Notfall das System übersteuern und während der Fahrt regelmäßig kontrollieren muss. 

Autonom fahrende Autos eröffnen neue Möglichkeiten für einen sicheren Straßenverkehr und effektives Zeitmanagement. Es gibt jedoch noch viele Probleme, die durch Testfahrten ermittelt und anschließend ausgebessert werden müssen, bevor solche Wägen im öffentlichen Verkehr sicher und zielorientiert eingesetzt werden können. Ein Projekt, welches auch in Zukunft gefördert werden sollte, um Mobilität zu verbessern und präventiv gegen schwere Verkehrsunfälle vorzugehen. Damit wir in Zukunft umweltschonende und verkehrssichere Fahrzeuge auf unseren Straßen führen können. 

 

Bild von Mariya Muschard

Ein Beitrag von:

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Janika Marx

wollte schon immer Journalistin werden um wieder Fakten und Diversität in den Gesellschaftlichen Diskurs zu bringen. Zusätzlich möchte Janika Menschen eine Stimme geben die selber keine haben, damit soziale Disparitäten transparenter werden.

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