Der FC St. Pauli kommt gegen den 1. FC Köln in der Herren-Bundesliga nicht über ein 1:1 hinaus. Durch den verpassten Sieg spitzt sich die Lage für die Kiezkicker zu, Karol Mets war die tragische Figur des Spiels.
Der estnische Verteidiger war zunächst mit seinen Grätschen an vielen wichtigen Abwehraktionen beteiligt, leitete durch sein schwaches Zuspiel aber auch die erste Möglichkeit der Gäste ein. Kölns Shootingstar Said El Mala konnte den Ball in der siebten Minute jedoch nicht ins Tor bringen. Ansonsten waren es die Gastgeber, die für Torgefahr sorgten. St. Paulis Mittelstürmer Andreas Hountondji konnte mit seinem Kopfball (10.) und Linksschuss (33.) Kölns Torwart Marvin Schwäbe aber nicht überwinden. Ohne den spielstarken Mittelfeldakteur Joel Fujita, der das Spiel aufgrund einer Gelbsperre verpasste, reihten sich auch einige technische Ungenauigkeiten in das Spiel der Hausherren.
Nach der torlosen ersten Halbzeit brachte El Mala mit einem wuchtigen Distanzschuss den Querbalken zum Wackeln (54.), nur drei Minuten später hatten auch die Boys in Brown ihre erste Großchance im zweiten Durchgang. Doch der eingewechselte Marius Bülter rettete nach Tomoya Andos Kopfball auf der Linie. So langsam deutete sich an, dass ein Tor nur durch einen ruhigen Ball fallen konnte. St. Pauli erzielte in dieser Bundesliga-Saison über die Hälfte der Treffer durch Standardsituationen, also nach Elfmetern, Freistößen oder Eckbällen.
Und mit eben so einer Standardsituation gingen die Kiezkicker gute 20 Minuten vor Schluss in Führung. Sinanis Eckstoß wurde von Hauke Wahl auf Mets verlängert, der zu seinem ersten Treffer im St. Pauli Trikot einköpfte. Im Anschluss versuchte Trainer Alexander Blessin die Führung zu verwalten, wechselte durch die Hereinnahme von Conner Metcalfe für Hountondji defensiv. Vergangene Spielzeit brachte St. Pauli sechs Führungen ohne ein Gegentor in die Zielgeraden, in der aktuellen Saison gelang es der Blessin-Elf nur am 2. Spieltag beim HSV (2:0) und im Februar in Hoffenheim (1:0). Und auch in diesem Spiel konnte St. Pauli die Führung nicht halten, das Zustandekommen des 1:1-Ausgleichs brachte die Hamburger jedoch auf die Palme.
Zunächst wurde ein Zweikampf zwischen Mets und Kölns Jakub Kaminski vom Unparteiischem Matthias Jöllenbeck so weiter gelaufen lassen, dann meldete sich jedoch der VAR. Vor den Monitoren erkannte der Schiedsrichter ein Foulspiel vom Torschützen, jedoch nicht den Tritt von Kaminski auf die Wade von Mets unmittelbar zuvor. Luca Waldschmidt war es egal, per Elfmeter sorgte er für den 1:1-Endstand, nachdem El Mala ihm den Ball überlassen hatte. Blessin lobte auf der Pressekonferenz nach dem Spiel zwar die Leistung des Schiedsrichters, sagte aber auch: „Der VAR hatte Probleme, die richtigen Szenen zu zeigen.“
Abwehrchef Wahl zeigte sich im Anschluss an das Kellerduell mit der Leistung zufrieden: „Die Energie, die Art und Weise, wie wir gespielt haben, war super.“ Dennoch wurde die Chance verpasst, den Abstand auf die Rheinländer zu verkürzen, fünf Punkte Differenz liegt zwischen den beiden Vereinen. Wahl machte klar, dass die St. Paulianer „immernoch das große Ziel, Platz 15 zu erreichen“ hätten, jedoch geht der Blick vom Relegationsrang nach unten. Durch den Wolfsburger Sieg bei Union Berlin am Tag darauf ist ein direkter Abstiegsplatz nur noch zwei Zähler entfernt, auch Schlusslicht Heidenheim ist nicht abgeschlagen und kann im direkten Duell am nächsten Samstag St. Pauli näher kommen. Im Anschluss kommt der FSV Mainz 05 am 3. Mai ans Millerntor.





