St. Pauli schürt letzte Hoffnung

St. Pauli schürt nach "zwei Nicht-Leistungen" Hoffnung für das Endspiel gegen Wolfsburg
veröffentlicht am 15. Mai 2026

Die Ausgangslage ist klar, der FC St. Pauli muss das Heimspiel am letzten Spieltag gegen den VfL Wolfsburg gewinnen, um sich Hoffnungen auf den Klassenerhalt in der 1. Bundesliga der Männer machen zu können. Die Wölfe haben eine bessere Tordifferenz, daher würde ein Unentschieden nicht für die Relegation gegen den Dritten der 2. Bundesliga reichen. Trainer Alexander Blessin stellte klar, „dass wir uns durch so zwei Nicht-Leistungen dann mehr oder weniger in so eine Situation gebracht haben.“ Zunächst wurde es durch den desolaten Auftritt bei der 0:2-Niederlage in Heidenheim verpasst, für deren Abstieg zu sorgen. Doch auch das Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 war nicht wirklich besser. Wahls ungenauer Pass auf Smith im Aufbauspiel ermöglichte den Führungstreffer von Tietz in der 6. Minute. Mwene erhöhte noch vor der Pause, die Gastgeber kamen in der kompletten Sitaution ab dem Mainzer Abstoß nicht in die Zweikämpfe. Zur Halbzeitpause kamen deutlich vernehmbare Pfiffe von einigen St. Pauli Fans, direkt im Anschluss aber auch laute Anfeuerungsrufe.

Nur da es die Gäste mehrfach verpassten nachzulegen, waren die Kiezkicker noch im Spiel, doch die vergebene Chance der eingewechselten Stürmer Ceesay und Kaars in der 74. Minute belegte das mangelnde Selbstbewusstsein der Boys in Brown. Letzterer hatte nur noch den Torschützen zum 0:2 vor sich und schoss diesen an, Ceesay der sich zuvor stark durchgesetzt hatte, traute sich unmittelbar zuvor den Abschluss nicht zu. Doch ausgerechnet dieses Duo sorgte kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit für den 1:2-Anschlusstreffer. Kaars´ Schnittstellenpass erreichte Ceesay, der den Ball im Tor unterbrachte und durch seinen Debüttreffer auch das erste Tor für St. Pauli aus dem Spiel heraus seit Februar erzielte. Das kam für die Aufholjagd zu spät, das Team von Alexander Blessin hatte sich bis in die Schlussphase indisponiert und blutleer präsentiert.

Ganz anders dagegen war der Auftritt in Leipzig. Zwar hätte der Champions-League-Aspirant in der 8. Minute durch Baku in Führung gehen müssen, doch im Anschluss übernahm St. Pauli mehr und mehr die Spielkontrolle und hatte durch Kaars nach einer guten halben Stunde die große Chance in Führung zu gehen. Doch da der Stürmer, der seit dem Hinspiel nicht getroffen hatte, den Ball an die Latte hämmerte, blieb es bis kurz vor dem Pausenpfiff bim 0:0. Schlager wurde nach einer Ecke von Raum angeköpft, reagierte dann am schnellsten und schoss das Leder dann ebenfalls an die Latte, nur dass der Ball dann ins Tor abprallte. Die zweite Hälfte ging dann an Leipzig, eine der Chancen nutzte dann Orban in der 54. Minute zum 2:0, ebenfalls nach einer Ecke von Raum. Doch die Gäste gaben nicht auf, erneut war Ceesay mit dem späten 1:2-Anschluss, erneut war es zu spät. Aus Blessins Sicht „wäre sicherlich mehr drin gewesen, wahrscheinlich auch verdient, auch wenn ich jetzt meine St. Pauli Brille dann auf hab.“ Da sich Heidenheim tags darauf mit 3:1 in Köln durchsetzte, muss St. Pauli nicht nur gewinnen, sondern auch um ein Tor besser als Heidenheim gegen Mainz. Oder eben darauf hoffen, dass Mainz eine ähnlich starke Leistung zeigt, wie am 32. Spieltag am Millerntor.

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Fridolin Haagen

Jahrgang 2004, freier Journalist für die taz, den Freitag und die Fußball-Woche.

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