Die Topspiel Premiere der ersten Fußball-Bundesliga der Männer hatte mit FC St. Pauli gegen Borussia Dortmund ein hochspannendes Spiel zu bieten. Nach zwei Vorstößen der Hausherren um die 10. Minute wurde es für die Gäste aus Dortmund erstmals in der 18. Minute so richtig gefährlich. Waldemar Anton, der in der Dreierkette neben Bensebaini und Bundesliga-Debütant Mané eine zentrale Rolle einnimmt, verschätzte sich bei einem langen Ball, doch Kobel hielt hervorragend gegen St. Paulis Neuzugang Hountondji. Allgemein kamen die Borussen schwer in das erste Ligaspiel, Grund dafür wahrscheinlich aber nicht das Konfetti auf dem Rasen. Trainer Niko Kovač reagierte schon zur Pause und nahm Adeyemi und Neuzugang Jobe Bellingham raus, eine Entscheidung, die nach Abpfif für eine lautstarke Diskussion mit dessen Vater und Sportdirektor Sebastian Kehl sorgen sollte. Doch Kovač betonte auf der Pressekonferenz, es hätte auch einige andere treffen können. Und in der Tat war neben Torwart Kobel nur Guirassy überzeugend in der ersten Hälfte. Der Mittelstürmer ist in seiner derzeitigen Form nicht im 1-gegen-1 zu verteidigen, mit einem starken Kopfball sorgte er in der 34. Minute für die Führung. Fünf Minuten später hätte er diese sogar ausbauen müssen, doch St. Pauli Schlussmann Vasilj hielt seinen Elfmeter, zuvor hatte Guirassy selbst den gefoulten Adeyemi in Szene gesetzt. Vasilj hat nun unfassbare fünf von sechs Elfmetern in der Bundesliga gehalten, dennoch ging es für ihn und seine Vorderleue mit einem unverdientem 0:1 in die Halbzeitpause.
Der zur Pause eingewechselte Brandt zwang Vasilj nach einer Minute dann auch direkt zur ersten Parade der zweiten Halbzeit, doch nur wenig später kamen die Kiezkicker zurück. Dortmunds Sabitzer eroberte den Ball im Mittelfeld, spielte einen halbhohen Rückpass auf Kobel, der in Bedrängnis geriet und Svensson mit seinem Zuspiel in die Defensive zwang. Dieser rutschte aus, sodass Sinani den Ball erobern konnte, dessen präzise Flanke den Kopf von Hountondji fand, der für den verdienten Ausgleich sorgte. In der Folge sind es aber weiterhin die Kiezkicker, die auf die Führung drängten. Es dauerte bis in die 67. Minute für eine BVB-Chance. Nach einem Freistoß von Yann Couto kombinierte sich schwarzgelb wunderschön bis zu Anton, dessen abgefälschter Ball den Weg in St. Paulis Tornetz fand. In Minute 74 dann ein weiteres Beispiel der individuellen Klasse des BVB, Julian Brandt nahm einen langen Ball perfekt an und schweißte ihn unhaltbar zum 1:3 ein. Doch die Boys in Brown steckten keinenfalls auf, die Elf von Trainer Alexander Blessin spielte sich immer wieder vor das Dortmunder Tor. Fünf Minuten vor Schluss gab Schiedsrichter Jöllenbeck nach VAR-Hinweis einen Foulelfmeter und zusätzlich eine rote Karte für Filippo Mané, welcher zu lange an Ceesay geklammert hatte. Die Chance aus 11 Metern ließ sich Sinani nicht nehmen, durch den Anschlusstreffer machte sich Angst beim BVB breit. Den Anstoß spielte Guirassy direkt ins Aus, Dortmund kam nicht mehr ins Pressing und so kam es, wie es kommen musste. Eric Smith ballerte den Ball in der letzten regulären Minute auerhalb des Sechzehners ins Netz, in der zehnminütigen Nachspielzeit bemühte sich St. Pauli nochmal, aber ohne das allerletzte Risiko einzugehen, sodass es beim 3:3 blieb.

Der Torschütze zum Endstand zeigte sich nach Schlusspfiff zufrieden, „wir sind super glücklich, wir haben Charakter und Courage gezeigt“. Trotz einer überzeugenden Performance war Eric Smith nicht Spieler des Spiels. Torhüter Nikola Vasilj überragte nicht nur wegen seines gehaltenen Elfmeters, auch die vereitelten Chancen von Groß oder Brandt und sein ruhiges Aufbauspiel, machten ihn am 1. Spieltag zu einem Protagonisten. Eine Woche nach dem Pokalspiel gegen Norderstedt, wo er 120 Minuten seinen Kasten sauber hielt und den entscheidenen Elfmeter parierte, sagte er lachend, „ich will nicht mehr über Elfmeter reden, jede Woche reden wir über Elfmeter!“ Nun gilt der Fokus auf das Derby beim Hamburger SV am Freitag.





