Aufstieg, Meisterschaft – doch das Herz von St. Pauli geht

Marcel Hartel hat die letzten Unsicherheiten beendet. Mit seinem 3:0 gegen Osnabrück im letzten Heimspiel machte er den Aufstieg klar, Afolayans Doppelpack hatte bereits die Weichen gelegt. Dabei hätte alles früher entschieden werden können, doch der erste Matchball wurde beim Stadtderby vergeben und durch den späten Ausgleich der Düsseldorfer beim Tabellenführer aus Kiel, mussten die Kiezicker noch einen Punkt holen. Das war jedoch im Interesse der Spieler, „wir wollten es selbst regeln und nicht auf der Couch aufsteigen.”, verriet Hartel nach dem Aufstieg. Mit der Meisterschaft eine Woche später durch den Auswärtssieg bei Wiesbaden, war dann alles geklärt, außer die Zukunft von Topscorer Hartel.

Der offensive Mittelfeldspieler ist an 30 Toren in der Saison beteiligt und hat am meisten Kilometer von allen Zweitligaprofis abgespult. Der Dreh- und Angelpunkt von Hürzelers Elf gilt als bester Spieler der Saison 2023/24, ihn zu halten war dementsprechend schwierig. Die eindeutige Aussage des Spielers war immer gewesen, dass er in der kommenden Spielzeit nicht mehr in der 2. Liga spielen will, als Ende der Verhandlungen wurde Ende April angepeilt. Doch der St. Pauli Aufstiegszug verspätete sich, zwischendurch mit 3 Niederlagen aus 5 Spielen. Mit dem Aufstiegsspiel gegen Osnabrück war dann alles klar, zudem hatte Trainer Fabian Hürzeler vor einigen Wochen verlängert, das galt als ausschlaggebend für die Entscheidung Hartels.

Alles verlief anders, der Mittelfeldakteur verlässt den Zweitligameister. In welche Richtung ist noch offen, „manchmal ergeben sich besondere Möglichkeiten im Leben“. Das Abschiedszitat lässt aufhorchen, es war von Anfang an klar, mit den Spitzenteams kann St. Pauli beim Pokern nicht mithalten. Der Abschied trübt ein wenig die Stimmung auf St. Pauli, doch die Gewissheit dürfte die Planungen für die nächste Saison ankurbeln. Möglich wäre es auch eine erneute Änderung der Spielphilosophie. Nach dem Leart Paqarada im letzten Sommer den Verein verlassen hat, setzte Hürzeler nicht auf eine 1:1 Lösung, sonder fing den großen Verlust im Verbund auf. Eine ähnliche Herangehensweise wäre auch hier möglich, da nach Hartels großartiger Saison die Fußstapfen zu groß sein könnten.

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